F1 2017 – REVIEW

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Mittlerweile hat es sich eingebürgert, dass neben den jährlichen Sport-Spielen aus dem Hause EA Sports auch diverse Racing-Games in diesem Turnus erscheinen. „Forza Motorsport“ erscheint mittlerweile alle zwei Jahre, damit in dem Jahr dazwischen nicht zu viel Langeweile aufkommt wird „Forza Horizon“ nachgeschoben. Codemasters geht mittlerweile den Weg jährlich den hauseigenen Formel 1-Ableger auf den Markt zu bringen. Allerdings schafft Codemasters den Release nicht zum Start der neuen Formel 1-Saison, sondern es dauert bis zum Ende der Sommerpause. So ist es auch in diesem Jahr! Ende August erscheint „F1 2017“ für die bekannten Konsolen. Ob es der Kauf lohnt oder auch die Vorjahresversion ausreicht? Wir verraten es euch in unserem Test!

Wie die Jahreszahl im Titel bereits vermuten lässt handelt es sich um die Formel 1-Saison 2017 – hier bitte nicht irritieren lassen, da alle Sportspiele bereits bei einem Release im Jahr 2017 die Zahl 18 oder Jahreszahl 2018 im Titel tragen. Also kann der Käufer von „F1 2017“ alle Daten der aktuellen F1-Saison erwarten. Neben den Daten, also Fahren und Autos, sind auch die entsprechenden Strecken und auch Regeländerungen in das Spiel eingebunden.
Zusätzlich kann man nun sogar in der Vergangenheit schwelgen und ein paar Runden mit historische Rennwagen, der vergangenen 30 Jahren, fahren. Dies ist an sich nicht unbedingt etwas besonderes, da einige Rennspiele auch ältere Boliden zur Verging stellen. Glücklicherweise haben sich die Entwickler etwas mehr überlegt. So spielen die nostalgischen Wagen in dem Karrieremodus eine größere Rolle, nämlich in Form von Herausforderungen. Im Verlauf eurer Karriere werden euch diese Herausforderungen angeboten, um bspw. Forschungspunkte zu erhalten. Diese wiederum sind ein essentieller Bestandteil von „F1 2017“. Es gibt nämlich einen Entwicklungsbaum mit über 100 freischaltbaren Upgrades, die eben mit diesen Forschungspunkten „bezahlt“ werden müssen. Wie gesagt, können diese Forschungspunkte durch die Classic-Herausforderungen freigeschaltet werden, aber auch andere Herausforderungen, die in einem Rennwochenende eingebaut werden sind möglich. Solche Herausforderungen sind möglich in dem ihr im Freien Training zunächst die Strecke erkundet und genau der Ideallinie folgt oder auf euren Reifenverschleiß besonders achtet. Was mich persönlich ein wenig stört ist die Präsentation des Karrieremodus. Bewusst haben sich die Entwickler gegen eine eintönige Menüführung entschieden und sind daher zu einer „Real-Life“-Ansicht gewechselt. Die Idee an sich ist lobenswert, aber in der Praxis dauert es einfach unnötig lange, um eine bestimmte Auswahl zu treffen.

Aufgrund der Änderungen im Regelwerk haben sich auch die Autos in der diesjährigen Saison verändert. Und tatsächlich ist es den Entwicklern gelungen, Änderungen in der Steuerung spürbar zu machen, ob diese nun realistischer an das Original herankommen sei einmal dahingestellt. Mir persönlich ist die Steuerung etwas zu ruckartig, allerdings ist dies bewusst so umgesetzt und hebt „F1 2017“ von sonstigen Rennspielen ab. Ebenfalls negativ würde ich das implementierte Strafensystem betrachten. So wird mit zweierlei Maß gemessen. Auf der einen Seite wird nahezu jeder kleinster Regelverstoß des Spielers geahndet, auf der anderen Seite bleiben gleiche Vergehen der KI unbeanstandet. Auf Dauer ist dies sehr ärgerlich, da solche „Kleinigkeiten“ über den Rennausgang entscheiden können.

Grafisch macht „F1 2017“ einen guten Eindruck. Die Autos, samt der entsprechenden Effekte, sehen super aus. Leider kann man das von der Umgebung nicht unbedingt behaupten, die leider etwas detailarm daherkommt. Die Präsentation zeigt ansonsten sehr viel Realismus, mit den originale TV-Einblendungen und Kameraführungen in der Boxengasse im Grid usw. Selbst die Gesichter der Fahrer wurden ins Spiel eingebunden. Die meiste Fahrer kann man zwar erkennen, aber die Gesichter wirken etwas hölzern und könnten auch etwas mehr Detailreichtum vertragen. „F1 2017“ sieht in der PC-Version deutlich besser aus und soll Bekannterweise auch ein Update für die XBOX One X bekommen. Demnach bleibt zu hoffen, dass zumindest in der Version für die X noch eine Steigerung möglich ist.

Im Multiplayerbereich muss der Weltmeisterschaftsmodus besonders hervorgehoben werden. Dieser bietet die bereits o.g. im Singleplayermodus verfügbaren Classic-Herausforderungen als Rennen an. Diese sind nicht nur auf den aktuellen Strecken möglich, sondern auch klassische Streckenführungen der aktuellen Pisten sind möglich. Darüber hinaus gibt es die bekannten Spielmodi im Mehrspielerbereich.

In der abschießenden Bewertung von „F1 2017“ bin ich ehrlich gesagt etwas hin und her gerissen. Warum? Ganz einfach: zum einen ist Codemasters mit dem Titel ein sehr guter Racer mit F1-Lizenz gelungen, auf der anderen Seite hat sich im Vergleich zum Vorgänger „F1 2016“ nicht allzu viel getan. Und dies ist eben genau die Problematik, die mit einer jährlich erscheinenden Renn-Simulation daher kommt. Klar haben auch die jährlichen Sport-Spiele mit diesen Problemen zu kämpfen, aber ich glaube dort ist es einfach noch mehr Content nachzuschieben. Bei der Formel 1 gibt es leider nicht viel abseits der Rennserie. Ich wüsste persönlich spontan nichts, dass die Entwickler ergänzend in das Spiel einbinden könnten. Aber wie gesagt, dass ist eben die Crux an dem ganzen. Meiner Meinung nach ist für F1-Racing-Fans der Titel ein klarer Pflichtkauf. Für alle anderen lohnt sich der Kauf nur bedingt, vor allem nicht sofern bereits „F1 2016“ daheim sein sollte und man auf die aktuellen Namen und Autos verzichten kann.

 

Good
  • 2017er F1-Lizenz
  • ausführlicher Entwicklungsbaum
  • klassische Autos
Bad
  • wenig neues
  • Umgebungsgrafik detailarm
  • Bewertung von Regelverstößen unverhältnismäßig
8
Spielmodi - 7
Gameplay - 8
Grafik - 8
Sound - 9
Multiplayer - 8

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