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FIFA 18 Review

In Games wie «Fifa» und «Pro Evolution Soccer» interessierte mich bisher vor allem eines: Gegen meine Kumpel zu spielen und die Tore, die ich schoss, in vollen Zügen auszukosten – oder ins Gamepad zu beissen, wenn sie punkteten. Das Durchleben einer virtuellen Spielerkarriere interessierte mich kaum. Als EA Sports deshalb letztes Jahr mit der Veröffentlichung von «Fifa 17» die fiktive Spielerfigur Alex Hunter einführte, um Spielern die Möglichkeit zu geben, eine Fussballkarriere hautnah mit dem jungen Talent zu erleben, liess ich den neuen Modus schnöde links liegen. Was hatten Einzelspieler-Kampagnen in einem kompetitiven Spiel verloren? Ich wollte nur gegen meine Kumpel zocken.

Eine neue Welt

Nun ist «Fifa 18» erschienen – und plötzlich ist die Welt des virtuellen Fussballs eine andere. Aus reiner Neugierde starte ich die Singleplayer-Kampagne «The Journey: Hunter Returns», erlebe in schnellen Rückblicken, was bisher mit Alex Hunter geschah, und stehe plötzlich im Chelsea-Tenü des 17-jährigen Cracks auf dem Rasen – neben mir die Abbilder echter Chelsea-Kicker wie David Luiz und Diego Costa. Und ich bleibe an die Kampagne gefesselt. Mich begeistert, wie ich Hunters Karriere beeinflussen kann: mit meiner Spielweise, aber auch mit Entscheidungen während Trainings, Medienkonferenzen oder im Gespräch mit meinem Manager. Ich lerne, wie ich mich auf dem Spielfeld geschickt positionieren muss, damit ich das Wohlwollen des Trainers aufrechterhalte und nicht vor dem Spielabpfiff vom Platz muss. Wie ich mit taktischen Moves für meine Mannschaft den Weg zum Tor vorbereiten kann.

Das Beste: Das Game lässt mich dabei nicht allein. Hilfreiche Hinweise auf dem Spielfeld führen mich sanft auf die richtige Position auf dem Feld. Für coole Pässe werde ich belohnt, für Schlampigkeit bestraft. Während den Trainings lerne ich tatsächlich, den Ball besser zu kontrollieren – nicht nur Alex Hunter wird geschickter, sondern auch ich. Zusammen mit meinem Helden macht mich das Spiel Schritt für Schritt zu einem besseren Fussballspieler und lehrt mich die Finessen des Sports.

Bis zur knallharten Simulation

Verfeinert wurden auch die klassischen Matches und Modi: Spieler haben in «Fifa 18» die Wahl der vollen Game-Unterstützung mit allen Hinweisen inklusive Tipps, welcher Feldspieler als Nächstes ausgewechselt werden sollte. Die Hilfsoptionen lassen sich aber auch deaktivieren und der Schwierigkeitsgrad auf «Legendary» hochschrauben – womit «Fifa 18» zur Simulation für Cracks wird.

Dass «Fifa 18» erneut über die wichtigen Lizenzen verfügt und somit eine riesige Anzahl echter Clubs und Profispieler ins Game integrieren kann, freut vor allem hartgesottene Fans. Besonders Spass machen zudem die realitätsnahen Darstellungen der Spieler: Es ist eine Freude, zuzuschauen, wie Ronaldo aufs Tor abzieht oder Robben wie im echten Leben mit den Armen rudert. Deshalb – und auch was die Grafik inklusive Stadionatmosphäre und Kommentare betrifft – lässt «Fifa 18» seinen härtesten Konkurrenten «Pro Evolution Soccer» an der Seitenlinie stehen.

Summary
EA Sports ist mit «Fifa 18» und dem Spielmodus «The Journey» die Grätsche zwischen Simulation und Spielspass geglückt. Weil das Game einen grossen Schritt vorwärtsgemacht hat, dürfte es auch in den kommenden Jahren der Platzhirsch auf dem virtuellen Grün bleiben. Und wenn Alex Hunter den Sprung zu Real Madrid geschafft hat, lasse ich vielleicht auch meine Kumpels wieder ran.
Good
  • unzählige Ligen mit dabei
  • tolle Atmosphäre im Stadion
Bad
  • FIFA Points
8.2
Gameplay - 8.1
Grafik - 8.2
Audio - 8.3
Spielspass - 8
Multiplayer - 8.2

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