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Pro Evolution Soccer 2018 REVIEW

Der Anfang für die Veröffentlichung der alljährlichen Sporttitel wurde im letzten Monat bereits gemacht. EA Sports startet – mittlerweile schon fast traditionell – mit Madden NFL 18 in die neue Saison. Die Vergangenheit brachte uns Anfang/Mitte September den NHL-Ableger. Und Anfang Oktober folgte FIFA, teils 2 Wochen (manchmal gar länger) später folgt Konami mit Pro Evolution Soccer. Dies hat sich im letzten Jahren etwas gelockert. So erscheint Pro Evolution Soccer 2018 gar zwei Wochen vor der Konkurrenz aus dem Hause EA Sports und der Release liegt auf dem gleichen Tag, wie der von NHL 18. Aber sei es drum: Wichtig ist auf dem Platz! Natürlich auch in diesem Jahr! Wir verraten euch in unserem Test, ob es Konami gelungen ist die hauseigene Fussball-Simulation auf ein neues Level zu heben? Oder doch nur ein brühwarmer Aufguss aus dem Vorjahr herausgekommen ist.

In Sachen Umfang und Spielmodi gibt es leider nichts erfreuliches zu berichten. Lizenz technisch hat sich relativ wenig getan. Die Kooperation mit den Premium Partnern wie dem FC Barcelona, Borussia Dortmund oder dem FC Liverpool wurden erweitert. Dies führt bspw. dazu, dass der Dortmunder Signal Iduna Parkt exklusiv in PES zu finden ist. Ansonsten bleibt leider weiterhin viel Tristesse, da viele Vereine nach wie vor nur mit Fantasienamen an den Start gehen.
Bei der Betrachtung der Spielmodi gibt es ebenfalls nicht viel neues zu berichten. Die alt bekannten Modi sind wieder mit von der Partie und wurden an manchen Stellen ausgebessert oder erweitert. So wurde die Meister-Liga bspw. mit Interviews ergänzt, in der Vorbereitung sind nun Vorbereitungsturniere möglich, aber auch der Transfer von Spielern wurde vereinfacht. Einen Story-Modus, der mittlerweile bei Madden NFL 18, NBA 2k18 aber auch FIFA 18 ein fester Bestandteil ist, fehlt bei PES in Gänze. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass mit dem Lizenz-Paket ein solch atmosphärisch gelungener Modus, wie bei FIFA nur kompliziert umsetzbar wäre. Für Online-Spieler gibt es einen Grund zur Freude: So wurde nun ein Online-Koop-Modus im Spiel integriert.

Das Gameplay wurde – wie bereits beim Vorgänger auch – nochmals verlangsamt. Mir persönlich war schon PES 2017 fast zu langsam. Das gedrosselte Tempo wirkt in den ersten Spielen relativ ungewohnt, nach ein paar Auftritten kann man aber nachvollziehen, warum die Entwickler diese Entscheidung getroffen haben. Die behäbige Geschwindigkeit führt dazu, dass man ein Spiel viel taktischer und auch realistischer aufziehen kann. Spielzüge können aufgebaut werden, Passwege genau angepasst und die Pässe entsprechend getimt werden. Die Ballkontrolle wurde nochmals optimiert (u.a. schrieen die Spieler nun den Ball mit den ganzen Körper ab), dadurch Bewegungen und Ballführung präzisiert. Neue Bewegungen unterstreichen die o.g. Punkte und führen nochmals zu mehr Realismus. Bestimmte Star-Spieler besitzen ihre eigenen persönlichen Bewegungen und diese sind tatsächlich auch im Spiel erkennbar.
Wünschenswert wäre für die Zukunft noch eine Verbesserung der Verteidigungs-Steuerung. Momentan kann man die A-Taste gedrückt halten und der Verteidiger wird früher oder später den Ball erobern. Eine Art Tactical-Defending wie bei FIFA würde dem Spiel gut tun.

Kritisieren muss man leider die Schiedsrichter. Manche Entscheidungen sind schon etwas gewöhnungsbedürftig. Generell wird viel laufen gelassen, auch durchaus strittige Szenen, andere wiederum werden geahndet, obwohl dies nicht zwingend nötig gewesen wäre. Aber dies kann schon fast wieder zu mehr Realismus beitragen… 😉

In Sachen Grafik war PES bei der Betrachtung von Gesichtern, Animationen etc. vor FIFA anzusiedeln. Dafür war das Gesamtpaket bei FIFA hübscher und realistischer – gerade die Stadien samt Atmosphäre. Mit PES 2018 hat Konami einen weiteren Schritt nach vorne getan. Gerade die Stadien der oben genannten Teams sehen einfach nur klasse aus. Die dazugehörigen Effekte – speziell die im gesamten Spiel verbesserten Lichteffekte – sind richtig klasse und sehenswert. Atmosphärisch wird ein Spiel vom BVB im Signal Iduna Park noch mit dazugehörigen echten Fangesänge untermalt. Fußball-Herz was willst du mehr? Nahezu Fotorealistische Spielergesichter? Kannst du haben! Auch die Spielergesichter wurden nochmals überarbeitet und sehen wahnsinnig detailreich und – man muss es einfach so formulieren – echt aus. Die Zeit der Wachsfiguren ist endlich vorbei. Ich bin eigentlich kein großer Fan davon mir noch stundenlang Wiederholungen anzugucken oder nach einem Tor in der Wiederholung selbst die Kamerawinkel zu ändern, zu zoomen usw. Aber bei PES 2018 macht dies wirklich Spaß! Warum? Naja, es geht dabei nicht zwingend um das Tor oder die Spielsituation, sondern um die Mimik der einzelnen Spieler. Es macht Spaß einfach mal ein Tor ablaufen zu lassen und zu schauen wie der eigene Torwart reagiert. Oder bei einem Zweikampf vor dem Tor, wie reagieren die Zweikämpfer, wie stark war der Körperkontakt? All dies kann man an den Gesichtern und deren Ausdrücken entnehmen. Das ist schon einmalig. Ansonsten ist die Grafik auf einem nach wie vor hohem Niveau und wurde im Vergleich zum letzten Jahr nochmals etwas – durch einen höheren Detailgrad – gesteigert. Ich bin gespannt, ob es noch ein Update für die XBOX One X geben wird. Ich vermute stark, dass dies der Fall sein wird, schließlich wurde das Speil auf der Gamescom am Microsoft-Stand präsentiert.

Summary
Nach wie vor ist es eine Glaubensfrage: FIFA oder PES? Auch in diesem Jahr sieht es nicht anders aus. Aber die Entscheidung fällt schwerer denn je. Pro Evolution Soccer 2018 ist es gelungen das vielleicht realistischste Gameplay auf die Beine zu stellen, dass wir je in einem Fussball-Spiel gesehen haben. A pro pro gesehen haben: Die Gesichter der Spieler sind einfach nur der Wahnsinn, gleiches gilt auch für die Stadien der Premiumpartner. Also nichts wie los und PES kaufen! Moment, leider gibt es auch Schatten Seiten. Da ist - ohne Zweifel der größte Schatten - die Lizenz-Problematik. Nach wie vor sieht es sehr düster aus, wenn ich zwar Champions League spielen kann, aber nichtmal eine Bundesliga-Saison ist dies schon sehr ärgerlich. Dabei hätte ich hier nichtmal die höchsten Ansprüche. Mir würde mittlerweile eine Liga reichen, die mit Fantasienamen aufgefüllt ist, die Trikots sind den Vereinsfarben nachempfunden und die Spielernamen sind entweder original oder zumindest leicht zu erahnen (bspw. bei PES 5, als Podolski noch Pomatski hieß). Aber selbst dies bleibt mir verwehrt. Ebenfalls fehlt mir ein Gengänger FIFA Ultimate Team-Modus. Ja, natürlich versucht PES dies mit myClub aufzufangen, aber die Spielfreude wie bei FUT will einfach nicht aufkommen. Dies könnte u.a. auch an den veralteten Menüs liegen. Diese haben sich gefühlt seit 10 Jahren nur in der Auflösung und Farbgebung geändert. Optisch ansprechend, funktional und eingängig sind sie leider noch immer nicht.  Abschließend hoffe ich, dass meine Begeisterung für PES 2018 dem Test zu entnehmen ist. Konami hat vieles richtig gemacht und befindet sich nicht mehr nur auf einem guten Weg, sondern hat das Ziel schon fast erreicht. Die Verbesserungen zum Vorjahr sind klar erkennbar und einige Vorzüge gegenüber der Konkurrenz hat man ebenfalls zu bieten. Ob dies reichen wird, um FIFA-Jünger zur Abkehr zu bewegen, muss jeder für sich selbst entscheiden. 
Good
  • realitätsnahe Stadien
  • reale Gesichter und -animationen
  • reale Bewegungsabläufe
Bad
  • Gameplay relativ langsam
  • wenig Lizenzen
  • kaum Neuerungen im Bereich Spielmodi
8.5
Gameplay - 8
Grafik - 9
Audio - 8.5
Spielspass - 8.5

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