Im letzten Jahr, kurz vor dem Release von F1 2021, ist die Übernahme der Entwickler von Codemasters durch ElectronicArts verkündet worden. Da alles relativ kurzfristig war, kann man davon ausgehen, dass der Einfluss von EA – von den bekannten Logos etc. – noch relativ gering war. Anders sieht es bei der diesjährigen Ausgabe von F1 22 aus. Nicht nur der Name ist kürzer geworden, auch inhaltlich gibt es einige „Neuerungen“ und Änderungen. Ob diese allerdings auch wirklich als positiv zu bewerten sind, verraten wir euch in unserem Test!
Wenig überraschend sind die alle Neuerungen der aktuellen (2022er) Formel 1-Saison im Spiel implementiert. Neue Regularien, neue Teile an den Boliden – die optisch einen deutlichen Unterscheid zum Vorjahr darstellen – und natürlich sind auch die aktuelle Rennstrecken mit von der Partie. So ist beispielsweise Miami enthalten, während Sotschi gestrichen wurde. Im letzten Jahr wurden manche Strecken erst später nachgereicht, diese Problematik entfällt nun.
Die bereits im letzten Jahr in der Realität eingeführten Sprint Rennen zur Qualifikation für das Rennen, haben es in diesem jähr auch in die Videospielumsetzung geschafft. An drei Rennen finden eine real statt, können aber durch die Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten auch nach belieben bei weiteren Rennen stattfinden.

Als Art Kern des Konzeptes von F1 22 ist das sogenannte F1 Life. Über dessen Sinn lässt sich definitiv streiten, weil es einfach nur eine Art virtuelle Wohnung ist, die ihr mit Möbelstücken oder Autos verschönern könnt, zusätzlich neue Kleidung für euren eigenen Vater könnt ihr natürlich auch kaufen. Entsprechende Gegenstände könnt ihr zum Teil erspielen, über den kostenpflichtigen Seasonpass freischalten oder auch via PitCoin (der virtuellen Währung) erwerben. Man braucht wohl nicht zu erwähnen, dass euer PitCoins-Konto auch via Echtgeld erweitert werden kann. Man könnte durchaus vermuten, dass EA die treibende Kraft hinter der Konzeption des F1 Life ist…

In Sachen Spielmodi wurde der Story-Modus „Breaking Point“ aus dem Vorjahr restlos gestrichen. Man muss kein Fan von ihm gewesen sein, aber eine Bereicherung für etwas mehr Abwechslung war er allemal. Vor allem im Hinblick auf die weiteren Spielmodi, MyCareer bzw. MyTeam, die insgesamt nur sehr spärlich erweitert wurden und vielmehr der Vorgänger Version entsprechen. Eine positive Neuerung im MyTeam-Modus ist die Möglichkeit zur Auswahl eurer Teamstärke zu Beginn des Spiels. So könnt ihr Entscheiden ob ihr von ganz unten (so war es im Vorjahr), anfangen wollt, oder im Mittelfeld oder gar direkt als Meisterschaftsaspirant. Als Teamkollegen könnt ihr auch Legenden wie Michael Schumacher etc. verpflichten. Diese Icons waren im letzten Jahr noch hinter einem DLC käuflich zu erwerben.
Die Einladungs-Events aus dem letzten Jahr wurden durch eine neue Supercars-Kategorie ersetzt, die hauptsächlich aus Hotlaps- bzw. Drift-Events bestehen. Hier könnt ihr – wie der Name schon sagt – Supercars bspw. aus dem Hause McLaren oder AstonMartin auf die F1-Pisten führen. An sich eine nette Abwechslung, aber durch eine relativ bescheidene Steuerung im Vergleich zu den F1-Rennwagen, nicht dauerhaft motivierend.

In Sachen Gameplay wurden kleinere Feinheiten, zwar wird von einem komplett neuen Handling gesprochen, welches aus den Veränderungen der neuen F1-Wagen resultiert, spürbar ist dies im Spiel an sich aber nicht allzu stark. Nach wie vor gibt es viele Spieloptionen die angepasst werden können und somit einem die Möglichkeit bieten, das Spiel seinen individuellen Bedürfinssen und Wünschen anzupassen. Bei dem Schwierigkeitsgrad stellt sich dies aber teils as problematisch heraus, da es schwierig ist die passendende Stufe der Gegner-KI zu finden. In der Regel sind diese zu leicht und zu stark. Auch mehrere Logikfehler sind noch im Spiel vorhanden. So schafft man es auf manchen Strecken durchaus bereits nach den ersten vier oder fünf Kurven eine Vorsprung von bspw. 2 Sekunden rauszufahren, ohne Fahrfehler und gleich starken Autos ist dann aber plötzlich am Ende der Runde der Hintermann direkt in eurem Rückspiegel. Solche Problematik gab es im Vorgänger quasi nie.
Tatsächlich neu sind die Einführungsrunden, die ihr nun selbst fahren könnt, wie auch Safety-Car-Phasen. Auch beim Start und bei einem Boxenstopp sind nun im weitesten Sinne Click-Time-Events eingebaut, die euch ein weniger näher ins Geschen bringen.

Dies führt zu der überarbeiteten Präsentation, die sowohl vor dem Rennen, als auch nach dem Rennen bei der Siegerehrung deutlich näher an die originalen Präsentationen der Realität herankommen. Ansonsten ist relativ wenig in Sachen Grafik passiert. Die Strecken wurden zwar angepasst, aber im großen und ganzen hat sich nicht viel verändert. Auch die Akustik ist gleich geblieben, allerdings wurden in der deutschen Synchronisation Heiko Wasser ersetzt.
Zu kritisieren sind dagegen einige Grafikfehler und Probleme. Eigentlich Bugs, die man schon erwarten könnten, dass sie vor dem Release behoben sind. So flackert das Bild teilweise, bei Kollisionen gibt es teils unnatürliches Verhalten einzelner Bauteile, bei der Siegerehrung scheint man die Scheinwerfer vergessen zu haben… um nur wenige Dinge zu nennen.